
Schritt für Schritt
Laufwerk nicht mehr benutzen
Speichern, laden oder installieren Sie nichts auf dem Laufwerk, auf dem die gelöschten Dateien lagen. Jeder Schreibvorgang kann die Daten überschreiben, die Sie zurückhaben möchten. Ist es das Systemlaufwerk, schließen Sie Programme und surfen Sie nicht, bis die Dateien gerettet sind.
Zuerst Papierkorb und Sicherungen prüfen
Sehen Sie im Papierkorb, im OneDrive-Papierkorb und im Dateiversionsverlauf oder unter „Vorgängerversionen“ des Ordners nach. Das ist schneller und vollständiger als jeder Rettungsscan.
App auf ein anderes Laufwerk laden
Laden Sie FileFix Ultimate auf einem anderen Computer herunter oder speichern Sie es auf einem anderen Laufwerk, etwa einem USB-Stick. Nutzen Sie die portable ZIP, wenn Sie auf dem betroffenen PC nichts installieren möchten.
Laufwerk wählen und Scan starten
Öffnen Sie die App, gehen Sie zu „Gelöschte Dateien“ und wählen Sie das Laufwerk, die Speicherkarte oder das Disk-Image. Beginnen Sie mit dem empfohlenen Scan: Er liest zuerst die Dateisystem-Einträge und sucht dann nach Dateisignaturen.
Ergebnisse filtern und ansehen
Grenzen Sie die Liste nach Dateityp, Name, Ordner oder Zuverlässigkeit ein. Sehen Sie sich Bilder, Texte und PDFs in der Vorschau an, um vor der Wiederherstellung die richtige Version zu finden.
Auf ein anderes Laufwerk retten und Bericht prüfen
Wählen Sie ein Ziel auf einem anderen Laufwerk. Am Ende zeigt der Bericht, welche Dateien geprüft und welche nur extrahiert wurden – so wissen Sie, was Sie selbst öffnen und kontrollieren sollten.
Warum sich gelöschte Dateien oft retten lassen
Beim Löschen entfernt Windows den Inhalt einer Datei nicht. Es markiert den Platz als verfügbar und entfernt den Eintrag aus dem Ordner. Unter NTFS bleibt der Datensatz der Datei in der Master File Table (MFT) meist eine Weile erhalten; unter FAT32 und exFAT wird der Verzeichniseintrag nur als gelöscht markiert. FileFix Ultimate liest diese Einträge und stellt Namen, Ordner und Datumsangaben wieder her.
Fehlen die Einträge, durchsucht die Signatursuche die Rohsektoren nach dem bekannten Anfang von Dateien wie JPEG, PNG, PDF, ZIP oder Office-Dokumenten. So gefundene Dateien verlieren oft ihren ursprünglichen Namen – sortieren Sie sie nach Typ und nutzen Sie die Vorschau.
Schnellscan oder Tiefenscan?
Beginnen Sie mit dem empfohlenen Scan. Er ist schnell und behält die ursprünglichen Namen und die Ordnerstruktur, solange das Dateisystem sie noch kennt.
Nutzen Sie den tiefen Signaturscan, wenn der Schnellscan nichts findet, das Laufwerk formatiert wurde oder Sie Fotos auf einer Kamerakarte suchen. Er dauert länger, weil er jeden Sektor liest, und findet Inhalte statt Namen.
USB-Sticks, SD-Karten und externe Festplatten
Speicherkarten und USB-Sticks verwenden meist FAT32 oder exFAT und kein TRIM – das macht sie zu guten Kandidaten für eine Rettung. Nehmen Sie die Karte aus Kamera oder Smartphone, schließen Sie sie über einen Kartenleser an und machen Sie keine neuen Fotos darauf.
Fordert Windows Sie auf, die Karte zu formatieren, wählen Sie „Abbrechen“. Formatieren kann die Rettung erschweren. Scannen Sie die Karte so, wie sie ist.
Wann eine Rettung unwahrscheinlich ist
Auf SSDs mit TRIM werden gelöschte Daten meist innerhalb von Minuten entfernt. Auch überschriebene Dateien, BitLocker-Laufwerke ohne Wiederherstellungsschlüssel und physisch beschädigte Laufwerke lassen sich nur sehr schwer oder gar nicht retten. Seien Sie vorsichtig bei Programmen, die etwas anderes versprechen.
Klickt, schleift oder trennt sich das Laufwerk, hören Sie auf und wenden Sie sich an einen professionellen Datenrettungsdienst. Wiederholte Scans können ein ausfallendes Laufwerk endgültig zerstören.
Kurze Checkliste
- Sofort aufhören, auf das Laufwerk zu schreiben
- Zuerst Papierkorb, OneDrive und Dateiversionsverlauf prüfen
- Die App von einem anderen Laufwerk starten
- Gerettete Dateien immer auf ein anderes Laufwerk speichern
- Wichtige Dateien selbst öffnen und prüfen